Lectar Museum

"Lectarstvo" ist ein altes, berühmtes und traditionelles Handwerk Sloweniens. Da dreht sich alles um Dekorieren des Lebkuchens aus Honigteig. In Radovljica befindet sich eines der ältesten Museen der Lebkuchenherzen, wo die rot leuchtenden Lebkuchenherzen auf traditioneller Weise immer noch hergestellt werden.







Dieses Museum heißt Lectar und ist bereits ca. 500 Jahre alt. In 1766 hat Jakob Krivic eine Honigbrotbäckerei hier eröffnet. Sein Handwerk hatte Jakob an seinen Sohn übergeben, der ein Gasthaus im gleichen Haus in 1822 eröffnete. Das Gasthaus hat noch heute offen. Es verfügt über 9 Zimmer und ein Restaurant, in dem lokale traditionelle Gerichte in einer angenehmen und altmodischen Atmosphäre serviert werden. Der heutige Besitzer dieses Gasthauses ist Jože Andrejaš, desen Ziel ist die slowenische Kultur und Traditionen zu bewahren



 




Der Prozess einer Lebkuchenherstellung dauert länger als man glaubt. Wenn alle seinen Stufen berücksichtigt werden, dauert es mindestens eine Woche. Zuerst wird ein Teig gemacht, der keine Eier und keine Hefe enthält. Die wichtigste Zutat ist slowenischer Kastanienhonig , der wegen seines aromatischen Geschmacks traditionell in der Lebkuchenherstellung verwendet wird. Dann wird der Teig ausgerollt, die Herzen werden ausgestochen und bei etwa 180 °С etwa 15 Minuten gebacken. Bevor die Herzen bemalt und dekoriert werden, müssen sie mindestens einen Tag trocknen. Neben sehr traditionellen herzförmigen Lebkuchen gibt es einige andere Formen auch: kleine Pferde, Hufeisen, Hasen, Sterne oder Vögel.







Der Dekorationsprozess erfordert viel Geduld, und das ist nicht so einfach, wie es aussieht! Jede Farbe, die verwendet wird, hat seine eigene Bedeutung. Zum Beispiel das traditionelle Rot ist ein Symbol der Liebe und Leidenschaft. Gelb steht für Ewigkeit, während Grün Wachstum darstellt. Einige Herzen haben einen kleinen Spiegel, der auch seine Bedeutung hat. Jüngere Frauen, die ein solches Herz als Geschenk bekamen, sahen sich sozusagen im Herzen des Mannes der es geschenkt hat.






 

Während des späten Mittelalters waren Lebkuchen vor allem von der gesellschaftlichen Elite beliebt. Die älteste Holzform stammt aus dem 16. Jahrhundert. Mit der Zeit verbreitete sich diese Kunst nicht nur in den großen Städten, sondern auch auf dem Land, aber erst im 19. Jahrhundert. Heute werden Honigteig-Produkte als Souvenirs aus Slowenien mitgenommen. 








Menschen kaufen oder bestellen auch individuelle Lebkuchenherzen oder andere Formen für besondere Anlässe. Für Menschen, die selbst versuchen möchten ein Herz zu dekorieren können bei Lectar einen Workshop machen.











Allerdings sind solche Lebkuchen zu hart um gegessen zu werden, aus diesem Grund verkauft man im Lectar auch weiche Lebkuchen, die nicht getrocknet und dekoriert wurden.









Lectar Haus ist ein echtes Museum: es gibt einige Lebkuchenherzen aus anderen Ländern. Man kann die Unterschiede nicht nur in der Form, Dekoration und Farben sehen sondern auch auch im Teig selbst.






 

Es ist bekannt, dass solche Lebkuchenherzen für viele Jahre erhalten bleiben können. Das Alter eines solchen Herzes kann man in der Dekoration und in den Farben sehen, die heller geworden sind. Lectar Museum sucht solche Lebkuchenherzen mit der Geschichte. Zum Beispiel gibt es ein Herz, das vor etwa 30 Jahren als Geschenk zum Heiratsantrag gekauft wurde.








Jeder trägt hier ein traditionelles Kostüm aus dem späteren 18. Jahrhundert, was diesen Ort ganz besonders macht. Besonder beeindruckt waren wir von einer Lebkuchen-Uhr... und ja, sie funktioniert!








Wir möchten uns bei Tomaz dafür bedanken, dass er uns den gesamten Prozess des traditionellen Handwerks gezeigt hat. Es ist sehr schön Menschen zu sehen, die verstehen, wie wichtig solche Alpentraditionen sind!








Gostilna in Muzej Lectar befindet sich in
Linhartov trg 2, Radovljica
www.lectar.com


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