Käserei Molki Meiringen

Wenn man auf der Suche nach ungewöhnlichen Käsereifungskellern ist, ist man beim Benno Tschümperlin genau richtig. Im Jahr 1990 übernamen die Familien Tschümpelin und Wetter den Molkereibetrieb in Meiringen, der als eine Molkereigenossenschaft in 1910 gegründet wurde. Nach der Übernahme wurde die Molkerei umgebaut, die Anlagen automatisiert und seit 1999 sind die Tschümperlin alleinige Inhaber der Produktionsstätte.





Die Familie hat ihre lokale Käserei zu einem innovativem Betrieb ausgebaut und es sind derzeit über 200 selbst erzeugte Produkte – von Hasli-Brie bis zum Raclettekäse, die zum Verkauf angeboten werden. Eine sehr beeindruckende Menge!



Benno Tschümperlin ist auch bei der Käseproduktion sehr ideenreich und versucht immer wieder was Neues in die Produktlinie zu bringen. Sein Hasliglace ist bereits weit über die Grenzen vom Haslital bekannt geworden – vielleicht hat es noch nicht so einen Kultstatus wie Haslikuchen, aber es ist schließlich auch mehrere Duzende Jahren junger!



Die Hauptprodukte bleiben aber nach wie vor seit 30 Jahren Milch und Käse. Mit der Zeit gab es in der Produktionsstätte weniger und weniger Platz für die Käsereifung und Benno musste neue Wege suchen. Als eine Felskaverne, einer ehemalige Kommandoposten aus dem Zweiten Weltkrieg, in Innertkirchen durch die Gemeinde umgebaut und zur Käsereifung angeboten wurde, konnte sich Benno nur noch freuen. Hier reift jedoch nicht nur sein eigener Käse, sondern auch von der Alpgenossenschaften und Bauern aus der Umgebung – gepflegt wird der gesamte Käse von Benno und seinen Mitarbeitern (in seinem Betrieb sind es übrigens 23).








Die Luftfeuchtigkeit beträgt rund 95%, so trocken die Käselaibe nicht aus und sind bis zur Rinde fein cremig. Meiringer Bergkäse (6 bis 12 und sogar 18 Monate reif), Raclette, Berner Alpkäse und Hobelkäse AOP sowie Huus Mutschli und Geissmutschli (die letzten zwei reifen jedoch in einem kleinen Käsekeller in Meiringen).






Raclette hat hier eine spezielle quadratische Form, so dass es leichter in Stücke für Raclette geschnitten werden kann. Das wird im Herbst verabreitet und im Sommer durchgereift – so passt es dann perfekt zu den herbstlichen und winterlichen Tagen und kann auch für Fonduemischungen verarbeitet werden.



 


Eine besondere Stelle nimmt im Käsekeller natürlich der berühmte Berner Alpkäse AOP. Der Berner Alpkäse muss genauso wie früher in einem Alpbetrieb während der Alpsaison produziert werden und die Kühe, von denen die Milch stammt müssen auf der Alp frei weiden. Man nutzt die Zeit im Sommer um Alpkäse zu produzieren. Er muss danach mindestens 6 Monate reifen um als Alpkäse AOP verkauft werden zu können. Mit der Zeit trocknet sich der Alpkäse immer mehr aus und kann nach ca. einem Jahr seine Reifung zum Hobelkäse beginnen. Es reift jedoch in einem anderen Keller mit niedriegerer Luftfeuchtigkeit weiter, und kann nach 2 bis 4 Jahren mit einem unvergleichbaren Aroma als Hobelkäse AOP angeboten werden. Berner Hobelkäse kann man nicht in Stücke schneiden, sondern nur hobeln, deswegen nennt er sich so.









Für Benno Tschümperlin gab es, als er vor 20 Jahren aus der Ostschweiz nach Meiringen kam, einige Betriebsziele, und diese sind bis heute gleich: die Verarbeitung und Vermarktung der Milch aus der Region mit einer guten Wertschöpfung, die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen und die Sicherung eines fairen Milchpreises für die Landwirte. Die meisten Produkte werden zu 25 Prozent im Haslital abgesetzt, der Rest geht nach Interlaken, Bern und Basel.






In dem kleinen Käseladen in Meiringen erhält man nicht nur die Produkte aus eigener Erzeugung (inkl. Salatsaucen) sondern auch Käse und verschiedenste Lebensmitteln aus Italien. An den heißen Sommertagen geht man aber nicht ohne Glace-Becher hinaus!






Käserei Molki Meiringen befindet sich in der Lenggasse 13860 Meiringen
www.molki.ch


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